Die Heilkraft der Stille

Sie tut nicht nur der Seele gut, sie stärkt auch unsere Gesundheit

Überall um uns herum herrschen Hektik und Lärm. Aber mit diesen Tipps findest du zurück zur inneren Ruhe.

Ein Monat schon rum, das neue Jahr ist da – genau der richtige Moment, um sich eine Auszeit mit ein paar ruhigen, tiefen Atemzügen in absoluter Stille zu gönnen. Allein das senkt bereits deinen Blutdruck und deine Herzfrequenz, optimiert die Verdauung und den Zellstoffwechsel, stärkt deine Abwehrkräfte, löst Verspannungen und schenkt sofort etwas mehr Gelassenheit. Denn Studien zeigen: Wer sich regelmäßig vom hektischen Treiben des Alltags in die Stille zurückzieht, lebt gesünder – und fühlt sich subjektiv einfach glücklicher und ausgeglichener.

Wo findet man heute noch Stille?
Schließe die Augen und lausche mal. Was hörst du gerade? Straßenlärm, Gespräche? Aber eines sicher nicht: Gar nichts. Denn heutzutage sind wir ständig und überall von Geräuschen umgeben. In den meisten Küchen dudelt bereits nach dem Aufstehen das Radio, das Smartphone piept bei jeder neuen Nachricht, während der Berufsverkehr an der Wohnung vorbeirauscht. Doch anders als unsere Augen können wir die Ohren nicht einfach schließen. Bei Lärm ist unser Gehirn deshalb in ständiger Alarmbereitschaft – kein Wunder, dass er auf der Liste der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf Platz zwei der gesundheitsschädlichsten Umweltfaktoren in Europa steht, direkt hinter Feinstaub.

Warum Ruhepausen so wichtig sind
Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Gönnt man dem Körper oft genug Pausen von Alltagslärm, kann er sich davon gut erholen. Schon wenige Minuten nach einem lauten Geräusch, wie z.B. einem Flugzeug in mehreren hundert Metern Entfernung, normalisieren sich die Körperfunktionen in der Regel schon wieder. Und zahlreiche Studien beweisen: Bereits 25 Minuten „Stille tanken“ am Tag senken den Gehalt des Stresshormons Cortisol in unserem Blut sowie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen.

Oasen der Stille
Ideal ist ein Waldspaziergang, denn die Bäume schlucken den Schall der Umgebung, die Farbe Grün wirkt zusätzlich beruhigend. Dazu kommt, dass Naturgeräusche wie Vogelgezwitscher oder das Plätschern eines Bachs nicht als Lärm empfunden werden. Aber selbst in der Großstadt findet man Orte der Stille. Geh z.B. früh morgens ins Hallenbad oder durch den Stadtpark – dann herrscht dort noch kein Betrieb. Und mit der Bewegung tust du gleich noch etwas für deine Gesundheit. Museen, Bibliotheken und Kirchen sind ebenfalls wunderbare Oasen der Ruhe.

Bei dir zuhause
Enttarne Lärm-Fallen im Alltag. Dringt durch das gekippte Fenster ständig lauter Straßenlärm? Lieber schließen und stattdessen stoßlüften! Läuft bei der Hausarbeit ständig das Radio? Besser ausschalten oder eine CD einlegen.  Sprechende Menschen kann unser Hirn nicht ausblenden. Musik schon. Du kannst deine Wohnung auch für eine halbe Stunde am Tag in eine lärmfreie Zone verwandeln: Schalte das Telefon aus, schließe die Fenster. Und nimm alle Geräte (TV, Radio) vom Stromnetz. So stört kein elektrisches Surren deine stille Auszeit.

Ommm
Innere Ruhe findest du mit Meditation. Konzentriere dich beispielsweise auf den Ton einer Klangschale oder die Flamme einer Kerze. Dann blendet das Gehirn nämlich automatisch alle störenden Umgebungsgeräusche aus.

Einfach mal abtauchen
Als perfekte Ruhe-Zone eignet sich das Badezimmer. Schließe die Tür ab und lasse dir ein Bad mit entspannenden Aroma-Ölen (z.B. Rose oder Lavendel) ein – und genieße ganz bewusst diese Zeit der Stille.